Energie und Wasser sind zur Deckung menschlicher Grundbedürfnisse unabkömmlich. Die Energie- und Wasserversorgung auf einem hochwertigen Niveau langfristig zu sichern, gehört daher zu den wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Aufgaben. In den kommenden 20 Jahren ist mit erheblichen Änderungen in der Energie- und Wasserversorgung in der Schweiz sowie auch global zu rechnen. Diese Änderungen sind zum einen eine Folge politischer Initiativen (Strommarktliberalisierung, Klimapolitik, Kernkraftausstieg) zum anderen ergeben sie sich aus ökologischen Zwängen (Schadstoffbelastungen in der Wasserversorgung) oder gesellschaftlichen Prozessen (verändertes Mobilitätsverhalten, neue Lebensstile). Diese Veränderungen stellen sowohl Unternehmen der Energie- und Wasserversorgung als auch kantonale, nationale und internationale Behörden vor grosse Herausforderungen.


Die Region Basel nimmt insbesondere in der Energiepolitik eine Vorreiterrolle in der Schweiz ein, die durch die Forschungs- und Ausbildungsaktivitäten an der Universität Basel aktiv unterstützt wird. Die bereits bestehenden Kompetenzen werden durch die Forschungsstelle für Nachhaltige Energie- und Wasserversorgung (FoNEW) vernetzt und in wesentlichen Punkten ergänzt.

Ausrichtung der Forschungsstelle

Die Forschungsstelle schliesst eine in der Schweizer Forschungslandschaft bestehende Lücke zwischen Naturwissenschaft, Ökonomie und Gesellschaftswissenschaft. Die Ausrichtung der Forschungsstelle ist interdisziplinär, mit dem Anspruch die in den Einzeldisziplinen erbrachten Erkenntnisse zu kombinieren und die Interdependenzen zwischen den einzelnen Feldern zu analysieren. Die Koordination dreier Fachbereiche über eine gemeinsame Forschungsstelle reduziert zudem den Kooperationsaufwand und hilft Synergien einfacher zu erkennen und Dopplungen zu vermeiden.

Neben der fakultätsübergreifenden Interdisziplinarität zielt die Forschungsstelle auch auf die Verknüpfung unterschiedlicher Themenfelder: Energie- und Wasserversorgung sind in der Schweiz naturgemäss eng verknüpft und diese Verbundenheit soll sich auch in der Ausrichtung der Forschungsstelle widerspiegeln.

Die Einbindung der Forschungsstelle in die bereits an der Universität Basel bestehenden Strukturen bietet ein in der Schweiz einzigartiges Umfeld, welches alle Vorrausetzungen für interdisziplinäre Forschung bietet. Mit dem Lehrprogramm „Master in Sustainable Development“ (MSD) besteht bereits eine erfolgreiche und von drei Fakultäten getragene, fächerübergreifende Struktur, mit dem Programm Mensch-Gesellschaft-Umwelt (MGU) existiert eine interdisziplinäre Organisationseinheit im Department Umweltwissenschaften zu Umweltfragen und Nachhaltigkeit in naturwissenschaftlicher Lehre und Forschung und das Programm Nachhaltigkeitsforschung deckt gesellschaftswissenschaftliche und normative Themen und Fragestellungen im Kontext von Nachhaltiger Entwicklung ab.

Struktur der Forschungsstelle

Die Forschungsstelle wird durch Sponsoren finanziert mit dem Ziel sich nach der Initialphase von fünf Jahren selbstständig zu tragen. Die Einbindung der Forschungsstelle orientiert sich an dem im Rahmen des MSD erprobten Modells, in dem die Stellen den drei Trägerfakultäten zugeordnet sind und die Zusammenarbeit durch ein gemeinsames Leitungsgremium sichergestellt wird. Dieses Gremium übernimmt die wissenschaftliche Leitung der Forschungsstelle insbesondere bzgl. Projektbeteiligung und begleitet die inhaltliche Ausrichtung der Forschungs- und Lehrarbeit und die Vernetzung der Forschungsstelle. Die strategische Ausrichtung der Forschungsstelle wird zudem durch ein Advisory Board gelenkt, welches mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik besetzt ist.

Die organisatorische Leitung der Forschungsstelle obliegt der Assistenzprofessur für Energieökonomie und wird ergänzt durch zwei Post-Doc-Stellen im natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich. Die Assistenzprofessur dient dabei gleichzeitig als Bindeglied zwischen den Themenfeldern Energie- und Wasserversorgung, da diese Themen aus ökonomischer Perspektive sehr weitreichende Gemeinsamkeiten besitzen

Leistungs-Portfolio der Forschungsstelle

Die Forschungsstelle ist im Bereich der angewandten Forschung und darauf aufbauender, forschungsbasierter Lehre positioniert. Unter „angewandter“ Forschung ist hierbei Forschung auf international konkurrenzfähigem methodischen Niveau mit direktem Bezug zu praktisch relevanten Fragestellungen zu verstehen.

Thematisch untersucht die Forschungsstelle die Bereiche der Energieversorgung (Elektrizität, Gas, Wärme) und der Wasserversorgung aus ökonomischer, sozialwissenschaftlicher und naturwissenschaftlicher Perspektive. Thematische Schwerpunkte sind dabei in den kommenden Jahren insbesondere die Herausforderungen im Zuge der Energiewende und das Spannungsfeld Ökonomie/Ökologie im Bereich der Wassernutzung.

Im Bereich Lehre werden durch die MitarbeiterInnen der Forschungsstelle sowohl Lehrveranstaltungen in den Wahlmodulen „Wasser“ sowie „Energie und Klimawandel“ des MSD angeboten, welche zudem auch in die jeweiligen Bachelor bzw. Masterkursen der entsprechenden Trägerfakultät integriert werden.

 

Forschungsstelle
Nachhaltige Energie- und Wasserversorgung

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